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Küssen statt büssen

«Kommunikativ, belastbar, flexibel und Improvisationstalent sind gute Eigenschaften, um sich für einen Beruf in der Kommunikationsbranche zu entscheiden», so unser Hinweis an die Kantonsschülerinnen und –schüler, welche sich für Berufe im Bereich Werbung, Marketing und Public Relations interessierten.

Kommunikativ wie wir sind, wollten sich mein Berufskollege und ich nach unserer Präsentation privat weiter unterhalten. Meine abgelaufene Parkuhr erforderte jedoch ein Joggen zum Auto. Wir sind ja flexibel – reden geht auch im Laufschritt. Uff geschafft – unser ehrenamtlicher Einsatz an der Kantonsschule hatte keine unliebsamen Spesen zur Folge.

Kaum aufgeatmet, entdeckten wir die Parkhauskontrolleurin, die ihre Tour am anderen Ende des Parkhauses in Angriff nahm. Mein Kollege und ich hatten uns lange nicht mehr gesehen, es gab viel zu erzählen. Die Parkuhr war kein Thema mehr, schliesslich standen wir neben meinem Auto.

Doch auf einmal kam die Parkwächterin zielbewusst auf uns zu… Mist, dachte ich. Mein Kollege schlagfertig wie immer ging in die Offensive: «Oh, jetzt wollten wir uns gerade küssen…». Die sympathische Bussenverteilerin meinte daraufhin in einem breiten Berndeutsch: «Denn würd i öich dä Winku ummen Egge empfhäle, wo keni Überwachigskameras si… »

Fazit der Geschichte: Mit Improvisationskunst, Redegewandtheit sowie Herz und Humor wird eine vermeintliche Busse zum fiktiven Kuss. Oder anders gesagt: Wer kommunizieren kann, ist klar im Vorteil.

PS: Am nächsten Tag nahm das Berner Stadtparlament einen Vorstoss für ein Register für private Kameras an.

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