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Warum fürchten wir ein Nein mehr als eine Chance?

Mehr als nein sagen kann er oder sie ja nicht. Und trotzdem fürchten wir uns bereits von Kindsbeinen an, gewisse Fragen zu stellen. Aus Angst, die oder der Gefragte könnte einfach nein sagen. Ein Wort mit vier Buchstaben von dem wir uns mehr fürchten als von jeder reellen Gefahr im Alltag.

Angst hat eine lange Geschichte. Sie ist oft eine ständige Begleiterin – Hemmnis und Ansporn zu gleich. Wir haben Angst vor dem Ungewissen, vor dem Verlassen werden oder vor zu engen Bindungen. Und vor allem davor, abgelehnt zu werden. Nein, das Wort mit vier Buchstaben, kann unseren Selbstwert auf die Minusskala setzen und alte Wunden aufreissen. Da lassen wir es lieber bleiben und hadern mit uns über unseren mangelnden Mut. Gleichzeitig wissen wir aus Erzählungen und zum Teil aus eigenen mutigen Erfahrungen, dass in der Überwindung der Angst, oft das grösste Potenzial liegt.

Ein Mut-Artikel als Ansporn für eine neue Zusammenarbeit

Ich erinnere mich beispielsweise an einen kürzlichen Artikel eines Kollegen, der allen Mut zusammen nahm, um eine namhafte Autorin vor ihrem Referat zu bitten, ihn live zu treffen, um ihr sein Erstlingswerk zu überreichen. Zu seiner grossen Überraschung sagte sie umgehend zu. Selbst für ein gemeinsames Foto reichte die Zeit. Diese aufmunternde Geschichte ging mir nicht mehr aus dem Kopf.

So kam es, dass ich bald daraufhin mutig genug wurde, obwohl meine Mails an ihn unbeantwortet blieben, und suchte meinen Wunsch-Projektpartner vor Ort auf. Zuerst galt es die Hürde der Chefsekretärin zu nehmen. Ihr persönliches Interesse an meinem Angebot öffnete mir die Türe zu Ihrem Vorgesetzten. Aus der bescheidenen angekündigten Viertelstunde wurde ein einstündiges Gespräch. Und die künftige Zusammenarbeit wurde mit dem Du-Angebot von ihm besiegelt.

Vier Jahre später… – Kaffee und Fotoshooting

Vor vier Jahren war ich kurz mit einem Mann zusammen, der einst in die Parallelklasse ging. Ja, wir wohnten sogar für ein paar Wochen zusammen. Das Ende war heftig und kurz. Zu überstürzt wohl die ganze Aktion. Das eine Wort ergab das andere – aus vorbei. Obwohl wir uns wenige Tage später versicherten, dass die Trennung ein Fehler war, herrschte von da an Funkstille. Vernetzt auf sämtlichen virtuellen Kanälen bekam man(n) bzw. frau im Laufe der Jahre trotzdem das eine oder andere mit. Manchmal standen wir unbewusst nur wenige Meter voneinander entfernt an einem Event wie unsere hochgeladenen Fotos auf Instagram später zeigten.

Einmal kreuzten sich unsere Wege auf Tuchfühlungsdistanz. Doch wir grüssten uns nicht einmal – in der Hoffnung, dass wir einander gar nicht bemerkten. Dann kam der 1. April, der alles veränderte. Der begnadete Fotograf schien in Venedig zu sein. In der Lagunenstadt, wo ich damals mit einer Freundin meinen Geburtstag feierte als ich ihn kurz zuvor nach 26 Jahren wieder traf. Die eine Nachricht ergab nun die andere. So schrieben wir uns fortan unregelmässig und flüchtig wieder. Hier ein Artikel, da ein Kommentar. Mal war er in der Nähe meiner Heimatstadt, mal ich in seiner Gegend. Für einen Kaffee passte die Zeit nie. Zu beschäftigt alle beide. Doch plötzlich schrieb er: Lust auf einen Kaffee morgen Mittag? Was als Frage formuliert war, glich eher einer klaren Einladung bzw. einer Aufforderung. Ziemlich busy zwischen Abgabeterminen und Tangostunde schrieb ich nur zwei Buchstaben: Ja und ein Smiley.

Zumindest ein gutes Foto war mir sicher. Schliesslich ist Fotografieren seine Berufung und Passion zugleich. Am nächsten Morgen postet eine Freundin ein treffendes Zitat zu dieser Geschichte aus dem Leben: „Wenn die Sehnsucht grösser ist als die Angst, wird der Mut geboren.“


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